Aus unserem Leben

Wochenrückblick 10.07.2017 – 16.07.2017

 

Wo ist nur die Zeit geblieben? Kaum einen Wochenrückblick in die Welt geschickt, ist es bereits wieder Zeit für den nächsten.

Die Woche ist für uns ziemlich schnell und ohne große Zwischenfälle vergangen. Ein paar nennenswerte Ereignisse gab es natürlich trotzdem und die teile ich gerne mit euch 😉

Ich hatte diese Woche ziemlich viel auf der Arbeit zu tun. Es war die letzte Woche vor den Sommerferien in NRW, das heißt, ich habe neben dem alltäglichen Tun meine To-Do’s abgearbeitet, Vertretungen mit Kolleginnen organisiert etc. Ich hatte den Eindruck, dass Mia sich diese Woche eher auf der Arbeit gelangweilt hat, anstatt zu schlafen oder alle Patienten kritisch zu beäugen.

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Ole hat sich bemüht, Mia immer so frühzeitig wie möglich von der Arbeit abzuholen und sie durch Spaziergänge zu entlasten. Am Donnerstag hatte ich Geburtstag und musste zum Glück nicht allzu lange arbeiten. An diesem Tag sind Ole und ich nach der Arbeit gemeinsam mit Mia nach draußen gegangen. Auf dem Weg kam uns eine Frau mit Hund entgegen. Sie setzte ihrem Hund einen Leinenimpuls und zischte, als wir näher kamen und ihr Hund zu bellen begann. Ich zischte ebenfalls scharf und Mia ging mit uns ohne weitere Schwierigkeiten am Hund vorbei. Als wir 1-2m weiter gelaufen waren, setzte ich Mia ab, wandte mich zu der Frau zu und musste schmunzeln: „Auch bei Carsten?“ Die Frau lachte ebenfalls, bestätigte meinen Verdacht und gab dann zu, dass sie Mia erkannt habe. Wie sich herausstellte, war sie eine Nachbarin einer ehemaligen Arbeitskollegin, die früher häufiger auf Mia aufgepasst hatte. Sie hatte meinen Blog gelesen (Ich wurde ein wenig verlegen!) und war seit 3 Wochen bei Carsten im Training. Wir unterhielten uns ein wenig über unsere Fortschritte und gingen dann weiter unseres Weges. Eine sehr nette und amüsante Begegnung. Da erkennt man aufgrund der Trainingsmethode gleich, zu welchem Trainer man gehört!

Am nächsten Tag ging ich wieder mit Mia auf Wanderschaft. Mir fällt mittlerweile auf, dass sie bei Spaziergängen häufiger entspannt wirkt und sich wieder Zeit zum ausgiebigen Schnüffeln nimmt.

Ich freue mich, wenn Mia mit erhobener Rute die Gegend erkundet. Auch an diesem Tag hatte ich eine ebenfalls sehr nette Begegnung. Leider habe ich es versäumt, Fotos davon zu machen. Wir begegneten einer Nachbarin mit ihrem schwarzen Labrador. Diese Nachbarin ist bei meiner Trainerin Nr. 2 aktiv und sehr zufrieden.

Viele unserer Begegnungen liefen anfangs falsch, da Mia in die Leine sprang, Besitzer anbellte, den anderen Hunden keine Ruhe ließ. Damals dachte die Nachbarin glaube ich: Armes, überfordertes, junges Mädchen. Einmal hatte sie sogar Mia für mich angeleint und mir wie einem ungehorsamen Mädchen die Leine wieder in die Hand gedrückt, nachdem Mia in ihren 5 Minuten ohne auf meine Rückrufe zu reagieren, um uns herum gerannt war und ihren Labrador genervt hatte. So war das damals!

Bereits die letzten Tage war ich ihr einige Male auf der Straße begegnet und Mia konnte an Nelly (schwarzer Labrador) plötzlich Nase an Nase vorbei laufen, ohne von mir zu weichen. Und an diesem Tag lief es für unseren Kontakt noch besser. Wir begegneten uns auf einer großen freien Wiese. Nelly war an der Leine, Mia lief ohne Leine entspannt neben mir. Ich grüßte die Nachbarin freundlich, also fragte sie mich zögerlich, ob Mia spielen dürfe. Ich war gelassen, das Training lief gut, die Wiese war groß – warum also nicht? Also gab ich mein Okay, Nelly wurde abgeleint und die beiden begannen freundlich miteinander zu spielen und zu grasen wie zwei Kühe. Die Nachbarin und ich unterhielten uns lange und ausgiebig. Sie gestand mir, dass sie mein Training in den letzten Wochen auf der Straße beobachtet hatte und dachte: „Mensch, wie macht sie das bloß? Nelly würde nie so auf mich hören“ – ihr könnt euch vorstellen… Das war wirklich Musik in meinen Ohren!

Allerdings zeigte sie mir auch einige Tricks, die sie mit Nelly bei meiner Trainerin Nr. 2 im Trickkurs lernte. Ziemlich unterhaltsam und niedlich, muss ich zugeben. Die Nachbarin erklärte mir, dass auch Trickkurse etc. die Bindung stärken würden. Ich hatte bereits vor kurzem Carsten bezüglich „Mantrailing“ um Rat gefragt. Er hatte mir erklärt, dass es zum derzeitigen Zeitpunkt des Trainings noch kontraproduktiv wäre, da Mias und meine Bindung noch nicht zu 100% gestärkt ist und das erst einmal stimmen soll. Eines nach dem anderen, macht für mich Sinn. Aber Mantrailing und/oder Trickkurse werde ich einfach im Hinterkopf behalten. Dann weiß ich schon mal, wie es weitergehen wird, wenn das Einzeltraining dann irgendwann abgeschlossen ist. Auch diese Begegnung war für mich erfolgreich und angenehm.

Kurz darauf hatte ich noch eine etwas fragwürdige Begegnung. Mia lief frei, etwa 30m entfernt von mir näherte sich eine mittelalte Frau mit zwei kleinen Hunden an der Leine. Die Hunde hielten die Leine auf Spannung, wären sie groß gewesen, wäre die Frau wie eine Fahne hinter ihnen hergeflattert. Mia rannte vor und zurück, wir waren noch weit entfernt. Natürlich wusste ich, Mia muss gleich zu mir geholt werden, doch die Entfernung war für mich durchaus noch groß genug, um nicht gleich in Panik zu verfallen. Die Dame jedoch schrie hysterisch und etwas genervt: „Nehmen Sie Ihren Hund bitte an die Leine!“. Ich rief gelassen zurück: „Immer!“. Ich rief Mia, sie drehte sofort zu mir und setzte sich vor mich. Ich leinte sie an und steuerte der Frau entgegen. Schon auf 10m Entfernung hörte ich die Frau wie ein Mantra zu ihren Hunden sprechen: „Alles gut… Alles gut… Alles gut… Alles gut…“ Ich dachte mir: „Okay?“, zischte einmal scharf nach vorne und Mia ordnete sich nah bei mir ein. Die Hunde der Frau dachten jedoch nicht daran, auf die Stimme ihres Frauchens zu hören. Sie bellten hysterisch, zogen nach vorne, wollten zu Mia reißen. Die Frau fuhr ungerührt mit ihren „Alles gut…“-Wiederholungen fort – ohne Reaktion. Ehrlich gesagt fragte ich mich, ob die Hunde nicht durch diese Dauerbeschallung noch hysterischer wurden. Vor allem, da die Frau schon auf so eine große Entfernung in Panik verfiel und vermutlich in Gedanken nur noch „Oh Gott, da kommt ein Hund!“ dachte. Jedenfalls war ich froh, als die Hunde endlich außer Hörweite waren und ich Mia wieder ableinen konnte.

Wir sind diese Woche viel an Straßen entlang gelaufen. Mia ist davon nicht begeistert. Rute gesenkt, teilweise geklemmt, schaut sich hektisch um. Aber es zeigen sich Verbesserungen. Sie drückt sich mehr an mich oder wechselt die Seite an mir. Ich sehe, ihre Fluchttendenz ist da, aber sie kontrolliert diesen Trieb und entscheidet sich dafür, bei mir zu laufen. Mal schauen, wie häufig wir diese immer gleiche Straße entlang laufen müssen, bis sie entspannt. Sobald ich sie absetze, scheint sie sich mit ihrer Situation anzufreunden und entspannt etwas, den Blick jedoch unverwandt auf mich gerichtet.

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Jedoch gibt es natürlich noch genügend Schwierigkeiten, die wir haben. Anlässlich meines Geburtstags kam mein Bruder am Wochenende aus Greifswald vorbei. Mein Bruder liebt Mia und hat schon viel mit ihr getobt und gespielt, als sie im Junghund-Alter war. Vor einiger Zeit waren wir jedoch bei meinem Bruder in Greifswald zu Besuch (natürlich mit Mia). Mein Bruder hat den schwarzen Gurt in Karate und trainiert regelmäßig per Skype mit einem Großmeister aus Japan. So auch, als wir zu Besuch waren. Als er das erste Mal im Karateanzug an unserem Raum entlang ging, aufrecht und stark, begann Mia das erste Mal, ihn anzuknurren. Damals dachte ich mir, das gibt es doch gar nicht. Doch, das gibt es! Mein Bruder unterschätzte ihre Angst, ging in die Hocke und wollte sie zu sich locken. Mia kroch jedoch auf ihn zu, urinierte sich ein und unterwarf sich anschließend. Von diesem Zeitpunkt an war mein Bruder ihr plötzlich nicht mehr geheuer.

Und als er mich am Samstag besuchte, setzte er sich in meiner Wohnung auf einen Stuhl und beachtete sie nicht – ich dachte, wenn sie sich freiwillig nähern darf, würde die Begrüßung gut verlaufen. Leider urinierte Mia sofort wieder auf den Boden. Näherte sich ihm dann zögerlich, aufgeregt wedelnd. Leckte beschwichtigend seine herunterhängenden Arme und pinkelte ein weiteres Mal vor ihn. Alles lief immerhin ohne Knurren, Bellen oder Rückenkamm ab. Als Mia sich langsam entspannte, nahm ich sie an die Leine und wir gingen mit meinem Bruder spazieren. Während des Spazierganges entspannte sie sich schnell, lief auf gleicher Höhe zwischen uns und ließ sich sogar einige Male von ihm streicheln.

In knapp über einer Woche werde ich meinen Bruder für eine Woche in Greifswald besuchen. Ich weiß, dass Mia anfangs wieder ängstlich reagieren wird. Ich hoffe jedoch, dass sie ihre Unsicherheit vor ihm mit der Zeit wieder vergisst. Denn es gibt wenige Menschen, die Mia so süß und perfekt finden wie mein lieber Bruder.

9 Kommentare zu „Wochenrückblick 10.07.2017 – 16.07.2017

  1. Dankeschön, ich freue mich jede Woche auf deinen Bericht ♥

    Zuerst: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, wünsche dir alles Liebe 💕

    Die Woche klingt ja überwiegend positiv, das freut mich sehr. Kann ich verstehen, dass du bei den Worten deiner Nachbarin stolz gewesen bist und das zu Recht. Einen einfachen Hund „erziehen“ kann jeder, bei unseren gehört etwas mehr dazu, da freut man sich einfach über jeden Erfolg.
    So Leute mit so hysterischen Kleinhunden kenne ich -leider- auch. Hier läuft eine Frau mit zwei solchen Maltesern, die Hunde bellen, die Frau schreit… In den Augen der Hunde bellt sie quasi mit… Dass das Problem bei der Frau liegt ist sonnenklar, denn ab und zu läuft der Sohn mit den Hunden und dann sind die beiden völlig entspannt…
    Mit deinem Bruder das ist schade, aber das ist auch so eine Situation, die zeigt wie schnell und durch welche Kleinigkeiten man Vertrauen einbüßen kann. 😢

    Dein Training und Mias Verhalten, was du an der Straße beschreibst erlebe ich derzeit gerade mit Anežka am Bahndamm.

    Übrigens… Ich zische auch und kenne nicht mal Carsten 😌

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  2. Du bist immer so lieb ☺

    Ja, alle Erfolge sind wunderbar und bestärken einen!

    Schon heftig, wie unterschiedlich ein Hund sich bei verschiedenen Haltern geben kann. Da zeigt es sich wieder: der Mensch beeinflusst das Verhalten am Meisten.

    Läuft das bei euch am Bahndamm genauso ab ? Und ist es da stark befahren ?

    Ja hehe klar, das Zischen ist weit verbreitet. Da kann auch keiner Patent drauf erheben. Aber man sieht schön Unterschiede je nach Trainer (strafend, auf Hund , gegen Reiz, nach vorne, mit Impuls, ohne) und wenn es dann auch noch in Düsseldorf in dieser Ecke stattfindet, ist ein Carsten-anhänger schnell identifiziert 😃

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    1. Du solltest Carsten um Rabatt fragen, er bekommt ja richtig Werbung 🙂

      Am Bahndamm muss ich hier immer entlang für die große Runde, das ist einfach zu schön als dass ich ihn ausklammern möchte. Am Anfang war das ganz schlimm, Anežka legte die Ohren an und rannte panisch davon. Mittlerweile kündige ich die Bahn früh genug an, dann kommt sie an meine Seite und bleibt da auch. Zwar hat sie immer noch Angst, aber sie vertraut mir. Die Strecke ist ziemlich befahren, aber es kommt immer drauf an WAS kommt. Richtig schlimm sind eigentlich nur die Güterzüge, die sind extrem laut, das macht mir selbst auch zu schaffen. Wir halten dann möglichst großen Abstand.

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