Community und Unterhaltung

[Liebster Award] Hier bekommt ihr mehr Einblicke in das Leben von Mia und mir!

Nun wurde ich von der lieben Alina für den „Liebsten Award“ nominiert. Ich danke dir herzlich dafür!

Der Award wurde von der MiDoggy Community ins Leben gerufen und dient dazu, dass Blogger sich untereinander vernetzen und besser kennenlernen können. Hierfür kann man nominiert werden und bekommt 10 Fragen gestellt, die es zu beantworten gilt.

Liebe Alina, wie ich finde, hast du dir sehr schöne Fragen überlegt, bei denen ich auch ein bisschen grübeln muss, die aber sehr gut auf uns und unseren Blog zugeschnitten sind. Ich freue mich darauf und hoffe, meine Antworten gefallen euch.


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Alina: Du bezeichnest Mia als Angsthund. Ab wann war euch bewusst, dass irgendetwas nicht stimmt und dass sie vielleicht ein Angsthund sein könnte?

Mia zeigte schon seit wir sie hatten, kontroverses Verhalten. Sie kam einfach nicht zur Ruhe, sie war immer wie elektrisiert, unter Strom. Sie rannte zu Menschen hin und sprang an ihnen hoch – gleichzeitig mochte sie es aber nicht, gestreichelt zu werden, stand immer wieder auf und wand sich aus den Berührungen heraus. Ihr Verhalten konnten wir das erste Mal als Angst identifizieren, als wir bei der ersten Hundetrainerin waren, mit Bestrafung arbeiteten und Mia sich danach nicht mehr nähern wollte und jeden Blickkontakt vermied. Dann diese Situationen, wenn sie sich im Hundeauslauf unter der Bank verkroch und mit keinem Leckerli der Welt herauszulocken war. Endgültig verstanden hatten wir es leider erst, als Mia vermehrt vor Menschen urinierte, sich unterwarf und begann, Menschen anzubellen.

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Alina: Würdest Du sie auch heute noch als Angsthund bezeichnen oder habt ihr die Probleme mittlerweile ganz gut im Griff?

Eine interessante Frage. Ich würde sie nach wie vor als Angsthund bezeichnen, mein Trainer versucht mir jedoch zurzeit einzutrichtern, dass Mia generell kein Angsthund ist, sondern nur in bestimmten Situationen ängstliches Verhalten zeigt. Auf diese Perspektive müssen wir uns noch einlassen. Durch das Training haben wir die Probleme besser im Griff, aber es erfordert jedes Mal wieder komplette Konzentration und Anwesenheit. Sobald ich mich gehen lasse, fällt Mia in alte Verhaltensmuster zurück. Erst heute Morgen ist es mir passiert, dass ich bei dem Spaziergang müde und abgelenkt war – eigentlich sollte ich so gar nicht trainieren. Prompt sind uns zwei Situationen passiert.

  1. Ein Mensch näherte sich schnell von hinten. Mia war ohne Leine, ich war gerade abgelenkt. Plötzlich kniff Mia den Schwanz ein und rannte 10m nach vorne von mir und dem Menschen weg. Früher wäre das für mich eine Katastrophe gewesen. Jetzt wusste ich: Selbst Schuld, ich habe mental bei meinem Hund zu sein. Ich lockte sie freundlich zu mir und lobte sie langsam und beruhigend, als sie entspannt neben mir saß.
  2. Ähnliche Situation im Wald. Ein Mann näherte sich schnell und Mia reagierte schneller als ich. Sie bekam einen Kamm und bellte ihn an. Ich mahnte mich zur Konzentration und setzte sie am Wegrand neben mir ab. Dann konnte der Mann ohne Schwierigkeiten passieren.

Alina: Ab welchem Punkt in eurer gemeinsamen Zeit hattest du das Gefühl, dass es bergauf geht und ihr es doch schaffen könntet? Bzw. hattet ihr überhaupt jemals die Angst, dem nicht gewachsen zu sein?

Es gab eine Zeit vor ca. 5 – 6 Monaten, wo mir alles über den Kopf stieg. Mia hatte sich nach zwei erfolglosen Trainings immer mehr in ihrem unsicheren Verhalten verloren. Ich hatte keine Möglichkeit, an sie heranzukommen. Sie vertraute mir als Rudelführer nicht und versuchte die Dinge auf ihre Art zu lösen. Ich hatte zu der Zeit keine Kraft mehr und glaubte nicht daran, dass wir es noch schaffen konnten. Mein Partner und ich waren so verunsichert und so uneinig, dass wir quasi andauernd darüber stritten, wer welches Verhalten bei Mia verursacht und wie man es richtig machen könnte. Wir stellten eigentlich alles in Frage, was wir konnten und wussten. Das führte dazu, dass wir resignierten, nicht mehr versuchten und uns mit dem Gedanken abfanden, dass Mia ohne uns besser dran wäre und dass wir uns trennen würden. Und an einem Tag, wo dieser Gedanke schon fest in mir war, traf ich unverhofft und rein zufällig auf Trainer Nr. 3. Der Trainer, welcher die Situation sofort erkannte und uns seine Hilfe anbot. Er war so gelassen und zuversichtlich, dass ich mich das erste Mal traute zu hoffen, dass es doch noch eine Möglichkeit gäbe.

Alina: Welche Eigenart an Mia liebst du ganz besonders?

Ich liebe an Mia, dass sie sehr schnell zu begeistern ist und Dinge in Nullkommanichts erlernen kann. Aber das ist ja eigentlich keine Eigenart… Hmm, Eigenart. Wenn man sie streichelt, streckt sie den Po in die Höhe, den Kopf auf den Boden und knabbert sich an den Vorderpfoten herum. Aber sie genießt das Streicheln dann total. Das sorgt immer wieder für Lacher. Etwas verrückt, aber einfach niedlich.

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Oder ihre Art, sich zu entspannen, wenn sie sich pudelwohl fühlt.

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Alina: Gibt es Dinge, mit denen Mia auch heute noch so gar nicht zurechtkommt?

Ich würde sagen, Menschen denen sie nicht traut und die sie bei Betreten des Raumes direkt ansprechen oder ihr in die Augen sehen.

Alina: Hat Mia einen Spitznamen? Und wenn ja: wie kam der Zustande?

Mir rutschen immer wieder mal Begriffe raus… Schmusi, Baby, Miacito, Babycito, Knautschicito, Knutschi… Aber der geläufigste Spitzname ist wohl Mäuschen geworden. Der Trainer hatte angefangen, sie so anzusprechen. Anfangs fanden wir das ziemlich witzig, weil sie so eine Riesenmaus ist. Aber irgendwie haben wir uns mittlerweile auch an diesen Namen gewöhnt.

Alina: Hättest Du die Chance, zu der Zeit zurück zu springen, als ihr noch auf Hundesuche wart: Würdest Du dir einen anderen Hund aussuchen? Würdest Du etwas anders machen? Warum oder warum nicht?

Ich würde keinen anderen Hund nehmen. Natürlich, Mia wird nie der Therapiebegleithund werden, den ich mir anfangs gewünscht hatte. Aber sie tut mir unendlich gut. Ich bin selber ein schneller, hektischer und teilweise unkonzentrierter Mensch. Mia zwingt mich zu so viel Ruhe und Konzentration. Ich bin durch das Training viel entspannter geworden und nehme die Zeit mit ihr so bewusst wahr – das tut mir richtig gut.

Wenn ich etwas anders machen könnte, hätten wir uns die erste Hundeschule auf jeden Fall gespart und wären sofort zu einem Trainer gegangen, der sich mit unsicheren Hunden auskennt.

Alina: Kommt ein Zweithund für euch in Frage? Oftmals hört man ja, dass diese einen Angsthund unterstützen könnten (vorausgesetzt natürlich, dass der zweite souverän ist und die Angst nicht noch verstärkt).

Wenn wir die räumlichen Bedingungen dafür hätten, würde ein Zweithund für mich in Frage kommen. Ich glaube nämlich, dass Mia sehr davon profitieren würde und die Hunde voneinander lernen könnten, vorausgesetzt sie sind charakterlich darauf abgestimmt. Aber weil wir in einer Wohnung in der Großstadt leben, ist das leider keine Option. Ich versuche mich umso mehr und intensiver mit Mias Entwicklung zu befassen.

Alina: Wenn Mia ein Mensch wäre: Wie würde sie aussehen, was würde sie tun? (Arbeit, Hobbies etc.)

Ich glaube, an dieser Frage habe ich am Längsten gebrütet.. Sehr schwierig 😀 Sie wäre bestimmt so klein wie ich (ca. 1,58m). Aber natürlich wäre sie eine Blondine. Verrückter Charakter, nach außen frech, verrückt, große Klappe. Innerlich wäre sie aber sehr sensibel und verletzlich. Harte Schale, weicher Kern. Sie wäre auf jeden Fall beliebt bei ihren Kollegen, weil sie gute Laune mitbringt. Sie hätte viel Unsinn im Kopf und würde jeden Tag aktiv leben. Viele Unternehmungen, gute Freunde. Große Massenversammlungen (Discos, Altstadt etc.) würde sie jedoch meiden. Lieber gute Ausflüge mit guten Freunden. Deswegen würde sie wahrscheinlich auch nicht Ergotherapeutin sein wollen wie ich. Lieber irgendeine Arbeit ohne allzu viel persönlichen Kundenkontakt. Etwas, wo sie ihren Interessen nachgehen kann. Vielleicht Abenteuer-Bloggerin?

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Oder alternativ Spielzeug-Testerin. (Gibt es diesen Beruf überhaupt? Wenn nicht, wäre an der Zeit dafür!

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Alina: Wenn Du ein Hund wärst: welcher Rasse würdest Du angehören und warum? Welche Hobbies hättest Du?

Da muss ich gar nicht lange überlegen. Labrador! Ich bin auch schnell begeisterungsfähig und zu meinen Eigenschaften gehören auf jeden Fall auch etwas Verrücktheit und Verspieltheit. Ich bin eigentlich auch schnell, aktiv und hibbelig. Wobei ich dieses Verhalten Mia zuliebe sehr gut im Griff habe  😉 Vermutlich hätte ich genauso viel Spaß am Fressen, am Ball/Stöckchen apportieren und schwimmen wie Mia. Aber im Gegensatz zu ihr würde ich bestimmt auch noch viel mehr schlafen und mich massieren lassen!

Liebe Alina, danke nochmal für deine gut überlegten Fragen. Das Beantworten hat mir großen Spaß gemacht und ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in unser Leben geben.


Und wenn ich das richtig sehe, bin ich jetzt in der spaßigen Situation, jemanden zu nominieren. Und zwar nominiere ich die wunderbare Lisa-Marie. Sie wurde zurecht auch schon weitere Male nominiert, aber ich finde, dass sie ihre Geschichten total witzig und gut beschreibt. Also, hier kommen deine Fragen:

  1. Du hast auf deinem Blog beschrieben, wie du dich für Argus entschieden hast. Würden dich noch andere Hunderassen als Beagles ansprechen?
  2. Du hast erzählt, dass Argus anfangs ziemliche Probleme mit sich brachte. Wie lebte er in den ersten 10 Wochen seines Lebens?
  3. Was würdest du sagen, welche Eigenschaft von Argus ist besonders witzig? (Gerne eine kleine Geschichte dazu)
  4. Und welche Eigenschaft ist manchmal etwas anstrengend? (auch hier gerne ein Beispiel)
  5. Gab es Zeiten in deiner persönlichen Entwicklung, wo du mit der Erziehung von Argus an die Grenzen gekommen bist?
  6. Du hast über die Beziehung zwischen deinem Hund und deinem Freund geschrieben. Gibt es eine weitere Situation, wo sie dich gemeinsam austricksen?
  7. Ich erinnere mich auch gut an deine Geschichte mit den Luftballons. Gibt es weitere unangemessene Dinge, die Argus einst gefressen hat?
  8. In welchen Situationen zeigt Argus am Deutlichsten die „beagletypische“ Sturheit?
  9. Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest – würdest du etwas verändern wollen?
  10. Wenn du einen Tag mit Argus in gleicher Sprache sprechen könntest – welche Dinge würdest du unbedingt mit ihm besprechen wollen?

Liebe Lisa-Marie, ich hoffe dir gefallen meine Fragen und du nimmst die Nominierung an! 🙂

17 Kommentare zu „[Liebster Award] Hier bekommt ihr mehr Einblicke in das Leben von Mia und mir!

  1. Ein schöner Hund! Wenn sie sich so auf den Rücken legt und sich sozusagen preisgibt, kann sie ja nicht völlig ohne Vertrauen sein. Aber das ist vielleicht erst seit Trainer 3?
    Übrigens, diese Streichelhaltung hatte mein Kater auch immer. 🙂

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    1. Danke dir! Nein, so lag sie früher wirklich nie. Carsten (der 3. Trainer) hat es als erster geschafft, ein tiefes Vertrauensverhältnis zwischen Mia und mir aufzubauen. Erst seitdem wirkt sie auch so zufrieden 🙂

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  2. Hallo und herzlichen Glückwunsch zum Award 🙂 Ich werd Dich mal verfolgen und mich nach und nach durch die Beiträge lesen 🙂

    Selbst haben wir auch zwei Angsthunde – aus Spanien. Diego zog vor fast 5 Jahren ein, auch wir haben leider zwei Trainer-Nieten gezogen bevor wir jetzt endlich bei einer tollen Trainerin angekommen sind. Ich berichte regelmäßig über die Fortschritte. Seit März machen wir intensives Clicker-Training gegen die Leinenaggressionen (herzlichen Dank an alle ignoranten Halter und ihre Hunde…) und bestärken sie für alles was sie gut machen. Es funktioniert sehr gut 🙂 Kayla zog vor knapp 3 Jahren ein. Wir hatten Diego bis dahin alles beigebracht was „Mensch“ so konnte, aber ein Hund zu dem er wirklich Vertrauen hat und ihn noch weiter bringt, fehlte. Bei allen war es Liebe auf den ersten Blick. Für uns hieß das mehr Arbeit, mehr Training, viel Voraus- und Umdenken – aber es hat sich gelohnt 🙂

    Total schön wie entspannt sie auf dem Rücken liegt und selig vor sich hin grinst 😀 Kayla ist auch so. Diego hat in all den Jahren noch nie auf dem Rücken gelegen. Mäuschen sagen wir hier auch oft. Manchmal etwas peinlich für den GöGa wenn er allein mit den Zwergen unterwegs ist, so etwas wie „Na Mäuschen, was ist los?“ äußert und grad eine Frau vorbei geht, die das natürlich gleich auf sich bezieht 🙂

    Ich wünsch Dir viel Spaß beim Bloggen und Deinem Mäuschen weiter Fortschritte 🙂

    Liebe Grüße, Frauke

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  3. oooh danke, liebe Noemi, du hast die Fragen alle so toll und ausführlich beantwortet! ❤
    Vielen Dank, dass du mitgemacht hast 🙂
    Jetzt habe ich tatsächlich das Gefühl, dich etwas besser zu kennen. 😉
    lG Alina

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