Unsere Geschichte

Welcher Hund? Zeus? Eric? Es wird Mia!

Die Entscheidung, was für einen Hund man zu sich holt, ist für manche ganz einfach. Manche denken sich: „Es muss ein Hund vom Züchter sein. Da weiß man, was drin steckt. Da kennt man die Charakterzüge. Da weiß man, dass der Hund wohlbehütet und gut aufgewachsen ist“. Zweifelsfrei sprechen diese Punkte in Hinblick auf die Prägephase tatsächlich für einen Hund vom Züchter. Doch was ist mit rassetypischen überzüchtungsbedingten Krankheiten? Und gibt es nicht so viele arme Hunde in deutschen Tierheimen, die auf ein gutes Zuhause hoffen?

Wir als Hundeanfänger wollten alles richtig machen. Hauptsache, der Hund fühlt sich gut mit uns und ist geeignet für meine beruflichen Pläne.

Wir schauten uns mehrere erwachsene Hunde in Tierheimen an, da es quasi keinen einzigen Welpen im Tierheim gab. Natürlich – jeder will einen süßen Welpen haben. Doch nicht jeder will seinen Hund behalten, wenn er nicht mehr klein und süß ist. Viele der Hunde waren zweifelsohne großartige Tiere, jedoch gab aufgrund ihrer Vorgeschichten immer wieder Warnungen: „Nicht mit Kindern zusammenführen.“, „braucht erfahrene Hundehalter“. Somit waren wir verunsichert und dachten uns, im Tierheim werden wir zeitnah nicht fündig.

Wir wurden den Wunsch nicht los, einem hilfsbedürftigen Hund ein Zuhause schenken zu wollen. Wir vertieften uns in Lektüre wie „Hunde aus dem Süden“, lasen uns ein in die bedauerlichen Schicksale der Straßenhunde. Lasen über eventuell auftretende Probleme bei der Sozialisation. Jedoch lasen wir auch immer wieder rührende Erfahrungsberichte über die riesige Dankbarkeit, die von den Hunden fortwährend ausgestrahlt wird.

Also gut – ein armer Straßenhund sollte es sein. Am liebsten jung, da wir dafür sorgen wollten, dass die Prägephase und die Sozialisation gut verläuft. Wir recherchierten im Internet und stießen über das Zergportal auf die Seite einer griechischen Tierrettung. Mit vielen niedlichen Videos und liebevoll geschriebenen Texten versuchten sie ein neues Zuhause für ihre zahlreichen Schützlinge in Ägina zu finden. Und dort verliebten wir uns in einen kleinen Schäferhundmix namens Eric. Mit tollpatschigen und fröhlichen Videos eroberte er unsere Herzen im Sturm.

Wir nahmen Kontakt zu der Organisation auf und welch ein Glück – Eric war noch zu haben. Also wurde alles in die Wege geleitet. Ein deutscher Mitarbeiter der Organisation kam uns für einen Ersteindruck zuhause besuchen und nach ca. 2 Stunden kam dann die erlösende Nachricht – wir waren durchaus geeignet um ein Zuhause zu bieten.

Danach folgten zahlreiche bürokratische Aufwendungen. Eine beglaubigte Bescheinigung vom Notar, Anmeldungen bei den Behörden und den Versicherungen. Und dann gab es endlich den Termin. An diesem Termin, Anfang Februar, sollte Eric mithilfe eines Flugpaten nach Frankfurt gebracht werden. Wir hätten Eric dort empfangen und mit nach Düsseldorf genommen. Es gab noch Hinweise wie: Leine mitbringen, den Kofferraum bis zum Fahrtziel nicht öffnen da der Hund fluchtgefährdet sei, den Hund bloß die ersten 2 Tage in Ruhe ankommen lassen.

Wir beantragten Urlaub bei unseren Arbeitgebern, um dem Hund eine gute Eingewöhnungszeit zu ermöglichen.

Dann hieß es warten. 14 Tage, 7 Tage, 3 Tage… Eine Nachricht aus Ägina erreichte uns. Es gab wohl seit Ende 2014 ein neues Gesetz, welches die Einreisebedingungen verschärfte. Eric fehlten wichtige Unterlagen und Impfungen und er konnte unmöglich mit der Flugpatin nach Frankfurt kommen. Warum das erst so spät aufgefallen war? Keine Ahnung… Wir fragten nach Alternativen, könnte man irgendetwas tun? Nein, hieß es. Die einzige Möglichkeit sei, dass wir nach Ägina kämen und Eric abholen würden. Ansonsten würde sich das ganze auf unbestimmte Zeit verschieben.

Wir waren machtlos und wussten nicht was wir tun sollten. Der Urlaub war genehmigt, all meine Klienten waren auf den kleinen Gesellen vorbereitet und vorfreudig. Alle Klienten waren für die nächsten 3 Wochen abgesagt. Nur Eric kam leider nicht zu uns.

Am vorletzten Arbeitstag vor dem Urlaub sagte eine hundefreundliche Klientin zu mir, sie habe auf Kalaydo nachgesehen und dort wäre ein zuckersüßer Labrador, der dringend ein neues Zuhause brauchte. Ich hatte Vorbehalte Seiten wie Kalaydo oder Ebay Kleinanzeigen gegenüber, da ich schon zu viele Reportagen über die Hundemafia gesehen hatte. Aber bei diesem konkreten Vorschlag habe ich aufgehorcht. „Labrador? Warum nicht…“

Ich schaute mir die Anzeige auf Kalaydo an und verliebte mich sogleich in Mia, einen 16 Wochen jungen Welpen. In der Beschreibung stand, dass sie nun ganz dringend ein Zuhause bräuchte, da sie nun viel zu lange in der zu kleinen Wohung mit der Familie und Mias Mutterhund lebte. Ich rief die Dame nach Rücksprache mit meinem Partner an. Wir wollten uns den Hund „nur mal ansehen“. Und so begann die Geschichte… ❤

 

 

 

2 Kommentare zu „Welcher Hund? Zeus? Eric? Es wird Mia!

  1. Oh wie schade…
    Da denkt man diese Tierrettungen sind so gut organisiert, um den Tieren bestmöglichst zu helfen und dann so etwas.

    Hoffentlich hat der kleine Eric ein anderes tolles Zuhause gefunden.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, manchmal frage ich mich noch was aus ihm geworden ist. Aber ich habe mal einige Wochen später auf deren Seite geschaut und da war seine Anzeige zumindest nicht mehr veröffentlicht. Wir hätten uns auch gedulden können, war natürlich sehr ungünstig weil wir unseren Jahresurlaub bereits für den Hund eingetragen hatten und ehrlich gesagt haben die unser Vertrauen auch nach unseren ganzen Mühen und der kurzfristigen Absage angekratzt…

      Aber immerhin kamen wir so zu Mia ❤

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